Väterkino at it’s best

Seit mehr als 14 Jahren bin ich nun mit Töchtern gesegnet. Na gut, anfangs noch im Singular. Aber im Laufe der Zeit wurden es immer mehr. Das bedeutet gleichzeitig, dass ich seit fast 10 Jahren wieder Kinderfilme schaue. Auch im Kino. Und glaubt mir, ich habe grausame Erfahrungen machen müssen.

Meist nutzte ich die Darbietungen von Lillifee, Barbie und Co. für ein wohlverdientes Nickerchen im gar nicht mal so gemütlichen Kinosessel. Nicht, dass ich es darauf angelegt hätte. Aber ihr habt ja keine Ahnung… Nur selten konnte ich einem Film wirklich etwas abgewinnen. Wenn, dann waren es meist Animationsfilme aus dem Hause Disney, Pixar, Dreamworks oder in ganz großartigen, aber leider seltenen Momenten sogar Studio Ghibli.

Die Revolution kam dann im Frühjahr 2014. Ich ahnte nichts, bis sich der Vorhang der Leinwand öffnete. Im Gegenteil. Ich erwartete sogar das Grauen schlechthin. Bibi und Tina – deren Titelmelodie dank der Hörspieleskapaden meiner Töchter bis dato der Alptraum meiner schlaflosen Nächste war – kamen auf die Leinwand.

Ich kannte keinen Trailer, ich habe keinen Artikel darüber gelesen – Nichts! Bibi und Tina kam in die Kinos und meine Kinder – und die eines sehr lieben Menschen – wollten ihn sehen. Also gingen wir rein. Wie man das eben so macht.

Schon das das erste Bild überraschte mich. Boje/Buck? Moment. Detlev Buck? Der, der bei Filmen wie Sonnenallee, Männerpension, Rubbeldiekatz und Die Vermessung der Welt mitgewirkt hat? Der macht jetzt Kinderfilme? Ich möchte nicht zu viel auf den Film selbst eingehen: Nur soviel, es war ein toller Nachmittag. Ohne Nickerchen. Dafür mit toller Musik, guten Darstellern und sowohl Kinder- als auch erwachsenengerechten Gags und Handlungen.

Schon ein Jahr später dann der nächste Teil. Wieder wurde ich ohne Vorankündigung überrascht. Plötzlich war da vor dem Kino das Programmplakat. Natürlich besuchten wir umgehend die Vorstellung. Und diesmal haute es mich richtig um. Olli Schulz, der Liedermacher und Entertainer, welchen ich seit seiner ersten EP verehre, und den nun plötzlich Joko und Klaas sei Dank jeder Depp kennt, spielt den Bösewicht. Und nicht nur das macht den Film zu einem Meisterwerk.

Der Soundtrack zum Film läuft so ziemlich ein Jahr lang bei jeder Autofahrt mit Kindern. Und dann kommt auch schon der nächste Teil. „Mädchen gegen Jungs“. Und auch der kann sich sehen und vor allem hören lassen.

Nun ist vierte Teil in den Kinos. Und dieser beginnt sehr schwach, fängt sich aber schnell. Denn diesmal haben wir es nicht nur mit einer Gruppe Albanern, welche ihre Nichte einfangen wollen, um sie zu verheiraten, mit zwei syrischen Flüchtlingen und einer afrikanischen Musikgruppe zu tun, sondern auch mit dem fiesen Bauunternehmer Dirk „Niemand baut Mauern so gut wie ich“ Trumpf.

Ein buntes und wieder wohlintorniertes Multikulti-Spektakel schlägt hier mit jeder erdenklichen Klischeekeule um sich. Herrlich. Besser kann Familienkino einfach nicht sein. Und ganz ehrlich: Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als 2028 mit meiner Familie im 15. Teil zu sitzen. Auch wenn unsere Töchter – und natürlich auch die Hauptdarstellerinnen Lina Larissa Strahl und Lisa-Marie Koroll – dann bereits allesamt Twens sind.

Weitermachen, Herr Buck, und vielen Dank!

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